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Er springt nicht komplett ins kalte Wasser

Kaum haben die Proben begonnen, steht auch gleich der erste öffentliche Auftritt mit dem neuen Dirigenten an. Der Wald-Michelbacher Christian Schuppel leitet seit Ende der Sommerpause die Blasmusik Schimmeldewog. Er folgte Marcel Hamaekers nach, der dort sieben Jahre lang den Taktstock schwang. Mit Schuppel an der Spitze geht es für die Kapelle zur Wählemer Kerwe, wo sie die musikalische Umrahmung des sonntäglichen Frühschoppens und Kerwegottesdiensts am 3. September bestreitet. Der neue Chef im Ring kam zu seinem Job wie die Jungfrau zum Kinde. Da seine Frau eine Zeit lang in der Kapelle mitgespielt hatte, war er dort schon hinlänglich bekannt. Da war es nur folgerichtig, dass Schuppel vom Vorstand darauf angesprochen wurde, ob er das machen will. Nach einem Blick in seinen Terminkalender - er leitet noch zwei weitere Ensembles - hieß die Antwort: "Ja, freitags habe ich Zeit", sagt er lachend. Unterhaltungsmusik pflegen Dass er einige Musiker schon kennt und damit nicht komplett ins kalte Wasser springen musste, kommt ihm sehr zupass. "Mindestens ein eigenes Konzert" steht neben den vielen weiteren Verpflichtungen der Blasmusik auf dem Wunschzettel des neuen Dirigenten. Passend dazu ist ein solches am zweiten Weihnachtsfeiertag in der katholischen Kirche Unter-Schönmattenwag in Planung. Ort und Zeitpunkt haben bei der Kapelle bereits eine lange Tradition. Die Unterhaltungsmusik will Schuppel weiter pflegen. Das bisherige Repertoire wird von ihm gesichtet. "Ein paar Lieder werde ich aussortieren", sagt er, dafür aber auch andere, neue mit reinnehmen. "Natürlich werden weiterhin bekannte Stücke zu hören sein." Aber jeder Dirigent hat so sein eigenes Faible. Deshalb hebt "der Neue" hervor, dass seine Musikauswahl "nicht Richtung Bigband gehen wird". Traditionelle Lieder werden wieder mehr im Vordergrund stehen, sagt Schuppel. Schlager a la Udo Jürgens oder Pop-Klassiker der Marke "Oye como va" werden aber ebenso wie konzertante Stücke Richtung Filmmusik oder Musicals zu hören sein. Als Dirigent "fordere ich, dass das Orchester bereit ist, sich weiterzuentwickeln und mit mir neue Wege zu gehen". In seinen ersten Einsätzen bekam er von den Blasmusik-Mitgliedern bereits "Lob für mein extrem gutes Gehör". Falsche Töne werden somit sofort erkannt, schmunzelt er. Die Vielzahl der bisherigen Auftritte möchte der Wald-Michelbacher weiterführen. Die sind sehr breit gestreut von Kerwegigs bis hin zu Konzerten im Mannheimer Luisenpark. 20 bis 25 Musiker zählt das Ensemble derzeit. Händeringend werden Querflötisten gesucht, aber auch in den anderen Registern ist Nachwuchs immer willkommen. Wenn jemand ein Instrument erlernen will - egal ob Blech- oder Holzbläser -, dann ist er beim Verein ebenfalls richtig. "Wir begrüßen auch gerne Jugendliche, die in einem Orchester mitspielen möchten", so der Dirigent. Christian Schuppel blickt bereits auf 18 Jahre als Dirigent und auf 50 Konzerte zurück. Trotz seiner Erfahrung bezeichnet er es "immer als etwas Schönes", bei einem neuen Verein den Taktstock in die Hand zu nehmen, weil die Motivation sehr hoch ist. Deshalb ist bei ihm auch die Vorfreude auf seine Tätigkeit groß. Die teilt er mit dem Vorsitzenden Hans Vogel. Dem lag auch der reibungslose Übergang am Herzen, sodass die aktuellen Auftritte in bewährter Manier bewältigt werden können. tom Interessierte Musiker können sich beim Zweiten Vorsitzenden Matthias Staat unter Telefon 06207/82833 oder E-Mail an post@blasmusik-schimmeldewog.de melden.
Quelle: Odenwälder Zeitung

Von Gottesdienst bis Kurkonzert

Der neugewählte Vorstand der Blasmusik Unter-Schönmattenwag ist stolz auf die 20 Auftritte im vergangenen Vereinsjahr. Unser Bild zeigt (von links): Matthias Staat, Thekka Vogel, Norbert Walter, Albrecht Bärenz, Hans Vogel und Rüdiger Horst. Bild: Sascha Lotz 20 Auftritte und Konzerte verzeichnete die Blasmusik Unter-Schönmattenwag im vergangenen Vereinsjahr. Dabei reichten die Engagements von Kurkonzerten in Wald-Michelbach und Grasellenbach über Mitwirkungen an Gottesdiensten, Weihnachtsmärkten und diversen lokalen Festen im Überwald bis hin zum Jahreskonzert im Haus des Gastes und Konzerten im Herzogenriedpark in Mannheim. Erstmals hatte der Verein ein Konzert des Petersburger Knabenchors mit betreut. Über diese Aktivitäten berichtete Schriftführer Albrecht Bärenz. Doch eine Frage überschattete die Jahreshauptversammlung: Wie soll mit der künftigen Organisation der Kerwe umgegangen werden? Zu wenige Aktive hätten zu viel Arbeit zu leisten und ein hoher zeitlicher Einsatz schlage sich nicht in einem guten Besuch nieder. Gedankt werde einem dieser Einsatz selten, so die Mitglieder unisono. Hieran schloss sich eine rege Diskussion an, diese verlief zunächst ergebnisoffen. Man müsse im Gespräch bleiben, gerade auch mit den anderen Vereinen. „Gemeinsame zukunftsfähigere Varianten des wichtigsten Festes am Ort sollten immer wieder bedacht und besprochen werden“, waren sich die Mitglieder einig. Teilvorstand gewählt Erfreulich war indes der Bericht des Kassenwartes Norbert Walter, der schwarze Zahlen präsentierte. „Die viele musikalische Arbeit hatte den Verein nicht reich gemacht, aber immerhin ließen sich die notwendigen Ausgaben gut decken.“ Die Kassenprüfer Benedikt Staat und Bernhard Walter hatten die Kasse geprüft, keine Beanstandungen gehabt und daher die Entlastung des Vorstandes beantragt. Die Versammlung stimmte dem einstimmig zu und ging zu den Neuwahlen des Teil-Vorstandes über. Zu wählen waren der Zweite Vorsitzende, der Schriftführer und der Beisitzer für die passiven Mitglieder. Die bisherigen Amtsinhaber wurden hierfür vorgeschlagen, und einstimmig gewählt. Der alte Vorstand wurde somit zum neuen: Vorsitzender bleibt Hans Vogel, Zweiter Vorsitzender ist Matthias Staat, Kassenwart Norbert Walter, Schriftführer Albrecht Bärenz, Beisitzer der passiven Mitglieder Thekla Vogel.
Quelle: Odenwälder Zeitung

Swing im Überwald 2016

Jahreskonzert 2016: Nach dem Abba-Medley gibt’s tosenden Beifall

Schönmattenwag. Zum Schluss, bei der Zugabe, gibt’s kein Halten mehr. Die mehr als 200 Zuschauer im Haus des Gastes applaudieren beim Schimmeldewejer Lied der Blaskapelle begeistert. Die hatte mit ihrem Jahreskonzert zuvor zwei Stunden lang die Gästeschar bestens unterhalten und einen beeindruckenden Querschnitt ihres Schaffens gezeigt. Polka, Big Band, Chanson, Filmmusik und Pop: Alles war vertreten im abwechslungsreichen Programm unter der Leitung von Marcel Hamaekers. Die 30 Musiker auf der Bühne, in der ersten Hälfte mit ihrem traditionellen roten Konzertoutfit angetan, zeigten gleich mit dem ersten Stück „New Generation“ im wahrsten Sinne des Wortes die „Marsch“-Richtung auf. Der Wechsel von langsamen, getragenen Partien mit flotten Klängen und einem fanfarenartigen Abschluss sollte beispielgebend für das Konzert sein, bei dem sich ruhige Stücke mit fetzigeren Parts abwechselten. In seiner Begrüßung freute sich der Vorsitzende Hans Vogel über den guten Besuch – trotz des ungewohnten Termins. Denn normalerweise lade man sonst immer am Palmsonntags-Wochenende ein. Er stellte vier Gastmusiker vor, die beim Konzert die Blasmusik Schimmeldewog verstärkten. Durchs Programm führte in bewährter Manier fundiert, aber gleichzeitig augenzwinkernd, Donat Skroch. Die Vielfalt der Bläsermusik in einem einzigen Stück: „Mit der Kraft der Musik“ war so etwas wie ein Medley aller Stilarten gleich zu Beginn. Eine Reise mit „Leidenschaft, Herzblut und Können“, wie Skroch sagte. Der Einstieg ins Stück kommt mächtig-majestätisch daher, ehe dann die Holzbläser ruhig und besinnlich einen Choral bieten, danach das Orchester übernimmt und mit einer brillanten Coda abschließt.
Von Österreich nach Russland
Nach Österreich ging’s mit der Schönbrunner Polka. Lustig, charmant, perlend, verspielt weckt sie Gedanken an die Werke von Johann Strauß und erlebt zum Schluss hin einen musikalischen Höhepunkt. Vom Alpenstaat nach Russland: Ein erstes Highlight des Konzerts ist Billy Joels „Leningrad“. Diese Aufarbeitung des Kalten Kriegs, als Nachklapp zu einer Tour 1987 durch die Sowjetunion entstanden, ist als Song sowieso beeindruckend und gewinnt durch die Macht der Instrumente noch einmal an musikalischer Fahrt. „Spirit of Life“ lässt die Gäste die Höhen und Tiefen des Lebens mit allen Facetten der Blasmusik durchleben. Das Orchester präsentiert sich hier wie auch bei den anderen Stücken absolut präsent, folgt den Anweisungen von Marcel Hamaekers punktgenau und heimst damit wie bei allen Liedern viel Beifall ein. Heiter, melancholisch, nostalgisch und rhythmisch zeichnet die Blasmusik die Stationen nach. Ein Ensemble in einem kleinen Ort auf einem solch hohen Niveau – das findet man selten. „Was zum Träumen“ ist das letzte Stück vor der Pause, „Pacific Dreams“. Das Allegro-Finale bildet einen fulminanten Abschluss, mit dem die Zuschauer beschwingt in die Pause gehen können. Danach ist schon durch das Erscheinungsbild der Musiker klar, dass es musikalisch ganz anders zugehen würde: Das Orchester kommt leger, bunt gekleidet auf die Bühne zurück, um nun Filmmusikern, Chansons und Pop zu huldigen. In den Sherwood Forest mit Blechbläser-Anklängen an die Jagd geht es bei den „Highlights from Robin Hood“. Natürlich darf auch der Hit „Everything I do I do for you“ aus dem Erfolgsfilm von 1991 nicht fehlen. „Das Stück erfordert höchste Konzentration“, ist für Skroch dieser Song sein absoluter Favorit. Margaret Rutherford in den Miss-Marple-Filmen der 60er-Jahre ist heute wohl eher nur noch der Generation 50+ bekannt. Die Titelmusik aus diesen vier Streifen ist aber ein Klassiker und gelangte damals sogar in die Pop-Charts. Furioses Finale Die eingängige Melodie, von der Blasmusik perfekt gespielt, kam beim Publikum bestens an. Wie auch das Medley mit den bekanntesten Stücken von Edith Piaf, gekrönt von „La vie en rose“. Dem Medley mit Songs des Iren Gilbert O’Sullivan schließt sich das furiose Finale an: Gleich dreimal kommt die schwedische Popgruppe „Abba“ zu ihrem Recht. „Does your mother know“, „Money, money, money“ und schließlich „Dancing Queen“ bilden den Grundstock dafür, dass die Zuschauer nach diesen Krachern natürlich noch nicht nach Hause gehen wollen und energisch nach Zugabe verlangen. Die gibt es. Klar. Das folgende „Thank you for the music“ nutzt Skroch zu einem großen Dank an die Musiker. „Danke für die große Freude“, wandelt er den Text entsprechend um. „Nichts kann unsere Herzen und unsere Seele mehr erobern wie eine Melodie es vermag.“ Standing Ovations nach dem Schimmeldewejer Lied leiten über zum gemütlichen Beisammensein, bei dem Musiker und Gäste noch lange beieinanderstehen.
Quelle: Odenwälder Zeitung

Jahreskonzert 2016: Michaela Staat und Mathias Sauer für ihre Treue ausgezeichnet

Zwei Musiker halten der Blasmusik Schimmeldewog schon seit 30 Jahren die Treue: Michaela Staat und Mathias Sauer wurden dafür im Rahmen des Jahreskonzerts vom Zweiten Vorsitzenden des Blasmusikverbands Rhein-Neckar, Helmut Spannagel, mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Lobende Worte für die lange Verbundenheit gab es auch vom Vereinsvorsitzenden Hans Vogel. Spannagel, extra aus Mühlhausen (Kraichgau) in den Odenwald gekommen, hob die Einsatzbereitschaft von Musikern hervor, „die ihr Herz an eine Sache hängen“. Diese hätten es „verdient, geehrt zu werden“, nahm er die Auszeichnung auch für den Blasmusikverband Baden-Württemberg vor. Es sei immer schön, „stolze Geehrte zu sehen“. Der stellvertretende Blasmusik-Vorsitzende äußerte seine Hoffnung, dass Michaela Staat und Mathias Sauer viele weitere Jahre der Musik verbunden blieben. Der Verband habe auch Ehrungsnadeln für 60 Jahre Mitgliedschaft, schmunzelte er. Mit Dank und Anerkennung des Verbands heftete er beiden die Nadel ans Revers. Hans Vogel schloss sich den Dankesworten an. Gleichzeitig zeigte er sich erfreut darüber, dass Spannagel den Weg nach Schönmattenwag auf sich genommen habe. Denn dieser betreue 76 Vereine von Sinsheim bis an die Bergstraße mit Hemsbach, von Mannheim bis ins Elsenztal. „Eigentlich ein Fulltime-Job“, so Vogel. Moderator Donat Skroch wies lobend darauf hin, dass die Leistung der Musiker umso höher zu bewerten sei, da sie diese als Laien erbrächten.
Quelle: Odenwälder Zeitung

Klangvoller Abschluss der ruhigen Festtage mit der Blasmusik Unter-Schönmattenwag

Der „dritte Weihnachtsfeiertag“, wie Dirigent Marcel Hamaekers den sich direkt anschließenden Sonntag nach den Festtagen nannte, war wie geschaffen für die Blasmusik Schimmeldewog, mit einem Konzert die geruhsamen Tage abzuschließen. In der katholischen Pfarrkirche boten die knapp 30 Musiker ein buntes Programm an Weihnachtsliedern, Spirituals, aber auch modernen Stücken und begeisterten damit die Zuschauer. Die hatten schon einige Zeit vor Beginn die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf den Kirchenbänken saß man dicht an dicht, selbst die Empore war voll bis in die hinterste Ecke. Wer zu spät kam, fand nur noch einen Stehplatz vor. Mit dem imposanten Bläserklang war es den Musikern aber auch ein Leichtes, das Kirchenschiff bis in den letzten Winkel mit feinsten Tönen zu beschallen. Nach ruhigem Einmarsch in die Kirche legte die Blasmusik gleich kräftig los. Bei Richard Wagners „Sei uns gegrüßt“, zu Ehren von König Friedrich August II. 1844 komponiert, schöpfte das Orchester gleich aus dem Vollen und gab vor, was in der kommenden Stunde folgen sollte: ein Konzert auf hohem musikalischen Niveau, bei dem die Mitwirkenden auch gerne einmal die eingetretenen Pfade des „klassischen“ Metiers verließen und damit teilweise Big-Band-Sound boten. Die „Melodia d’Amore“ sah ein Wechselspiel der reinen Blechbläser Trompete, Tuba, Posaune oder Flügelhorn mit Saxofon, Klarinetten und Flören, das sich durch den Einsatz des Schlagzeugs immer mehr bis zu einem furiosen Finale steigerte. Zwischen den einzelnen Stücken führte Dirigent Hamaekers die Gäste in die Lieder ein und gab einige Erläuterungen – auch um den Musikern Zeit zu geben, ihre Instrumente an den durch die Temperaturunterschiede schwierigen Auftrittsort Kirche anzupassen. Bei Beethovens Romanze mischten sich in den Refrain fanfarenartige Klänge, womit der homogene Klangkörper über den klassischen Blasmusik-Sound hinaus fast schon an eine Big Band herankam. Mit „Patria“ und „Jupiter’s Theme“ deckte das Orchester die komplette Bandbreite der Musikrichtungen ab. Letzteres, mit eher getragenem Beginn, bestach mit einem strahlenden, bombastischen Schlussakkord. J.S. Bachs „Anna Magdalena’s Song“ in moderner Bearbeitung gewann durch den Schlagzeugeinsatz mächtig an Fahrt und kam sehr beschwingt daher. Wer meinte, mehr Swing geht nicht, der wurde durch das „Spiritual-Medley“ eines Besseren belehrt. Das bekannte „Nobody knows the trouble I‘ve seen“ mit einem Saxofon-Solo-Quartett leitete über zu einem Potpourri mit treibenden, fetzigen Rhythmen, bei denen wippende Füße und mitklatschende Hände zu beobachten waren, aber auch mit getragenen Melodien. Einen Schwenk zu neuerer Musik unternahm die Blasmusik mit der „New festival music“ von Markus Götz. „The sound of my life“ von Otto M. Schwarz gewann nach dem leicht melancholischen Beginn durch den Schlagzeug- und Posauneneinsatz zusehends an Fahrt. Die Taschentücher durften gezückt werden beim Klassiker „The Rose“ aus dem Film über Janis Joplin mit Bette Midler in der Hauptrolle. Erst sehr getragen, setzten die Musiker dann mit allem, was die Lungen hergaben, klangvoll ein, ehe das Lied wieder langsam ausklang. Am Flügelhorn glänzte dabei Solist Manfred Kunkel. Noch einmal weihnachtlich wurde ganz zum Schluss. Ein Set aus den bekanntesten Weihnachtsstücken läutete das große Finale ein. Die Aufforderung von Hamaekers zum Mitsingen ließen sich die Gäste bei Stücken wie „O du Fröhliche“, „O Tannenbaum“ oder „Stille Nacht“ nicht entgehen. „Auld lang syne“, besser bekannt als „Should auld acquaintance be forgot“, sorgte als Zugabe noch einmal für langanhaltenden Applaus. Bei diesem machtvollen Stück demonstrierte die Blasmusik Schimmeldewog noch einmal die ganze Bandbreite ihres Könnens. Von der Möglichkeit, für die Orchesterarbeit eine Spende zu hinterlassen, machten die Gäste nach dem freien Konzerteintritt beim Hinausgehen gerne Gebrauch. Viel Lob gab es außerdem für die Musiker: „Ein wirklich schönes Konzert“ oder „Das habt ihr gut gemacht“ war nicht nur einmal zu hören. Das kostenlose Glühwein-Angebot vor der Kirche („der muss weg, bevor es im Januar über 20 Grad gibt“, hatte zuvor Hamaekers geflachst) fand dankbare Abnehmer.
Veröffentlicht am 28. Dezember 2015 von Thomas Wilken

Blasmusik Unter-Schönmattenwag und Musikverein Dossenheim konzertierten gemeinsam im Haus des Gastes

Große Bühne für ein großes Orchester: Zum zweiten Mal hatten die Blasmusik Unter-Schönmattenwag und der Musikverein Dossenheim zu einem Big-Band-Konzert ins Haus des Gastes eingeladen. Die Gäste dankten es den beiden engagierten Klangkörpern mit gutem Besuch und einem begeisterten Beifall zum Schluss, der zwei Zugaben nach sich zog. Die gemeinsame Big Band mit etwa 20 bis 25 Musikern sowohl von der Bergstraße als auch aus dem Überwald spielte sich gekonnt durch ein Repertoire von 25 Titeln aus verschiedensten Stilrichtungen und Jahrhunderten. Der älteste Song hatte in seiner Originalfassung schon 150 Jahre auf dem Buckel, der jüngste ist gerade mal ein Jahr alt. Pop, Rock, Soul oder Blues: Die Spannbreite war groß, die Flexibilität der Musiker ebenso. Zehn Instrumental- und zwei Gesangssolisten verliehen den einzelnen Stücken eine ganz besondere Note. Das gemeinsame Projekt war 2013 vom Dirigenten beider Vereine, Marcel Hamaekers, aus der Taufe gehoben worden. Das erste Konzert fand in Dossenheim statt – wie jetzt auch im Sommer mit dem aktuellen Programm. Mit Brian Osborne und Gaby Balke-Schmitt waren wieder die beiden Sänger aus den vergangenen Auftritten mit an Bord. Einige gemeinsame Proben im Vorfeld und der Auftritt im Sommer im Dossenheim gaben der Big Band die nötige Sicherheit für das Konzert in Schönmattenwag. Dort passte dann auch alles bestens zusammen. Mit angenehmer Lautstärke und guter Dynamik vermochte die Musiker das Publikum vollauf zu überzeugen. Sauber, auf den Punkt gespielte Stücke, knackige Soli und überzeugende Gesangseinlagen taten ein Übriges, dass die Gäste nach drei verschiedenen Sets mehr wollten – und auch bekamen. Denn den Kracher hatte sich die Big Band nach der klassischen Steigerung im Laufe des dritten Sets fürs allerletzte Lied aufgehoben: Ein fetziges „Welcome to the jungle“, im Original von Guns’n’Roses, forderte eine Zugabe förmlich heraus. Das erste Stück hingegen, „In the Stone“, ist so etwas wie die Erkennungsmelodie der Dossenheimer. Als Stadt der Steinbrüche läuten sie damit gerne das Konzert ein. Alexander Rautnig am Tenorsaxophon hatte hier sein einziges Solo des Abends. Einem fetzigen „Jungle Boogie“ stand später ein eher balladeskes „Hey Jude“ von Lennon/McCartney gegenüber. Bei „Locked out of Heaven“ von Bruno Mars durften Manfred Kienle an der Trompete und Rüdiger Horst am Altsaxophon ihr perfektes Können auf ihren Instrumenten demonstrieren. Viel beklatschter Abschluss des ersten Sets war „Sky Fall“ von Adele aus dem vorangegangenen James-Bond-Film – von vielen sowieso als das bessere Titellied gegenüber dem neuen angesehen. Durch den Hype um den neuen „Spectre“-Bond hatte der Song eine ungewollte Aktualität. Den zweiten Teil hatte Dirigent Hamaekers ganz ins Zeichen des Swing gestellt. „American Patrol“ mit seinen Klavierursprüngen aus dem Jahr 1881 war dabei das älteste Stück. Als Solist glänzte hier Jörg Abelshauser. Sänger Brian Osborne kam zum ersten Mal bei „Fly me to the moon“ zum Einsatz. „My funny Valentine“ oder „It’s only a paper moon“ waren weitere Stücke aus diesem Set. Im dritten Abschnitt fehlte nur das Bluesmobil, ansonsten war die Illusion perfekt. Aus dem Kultfilm „Blues Brothers“, den John Landes 1980 drehte, kamen gleich drei Songs zu Gehör: „Everybody“, „Soulman“ und „Sweet Home Chicago“. Letzterer wurde ganz nah an die Live-Version im Film angelehnt: Vier Soli von Erich Gröger, Rüdiger Horst, Manfred Kienle und Albrecht Bärenz folgten aufeinander. Klar, dass dieser Set im Saal wie eine Rakete einschlug. Dass sie aber noch einen obendrauf setzen konnte, zeigte die Bigband im Anschluss. Dem „Uptown Funk“, einem diffizilen Titel von Bruno Mars, folgte mit „Proud Mary“ von Creedence Clearwater Revival ein absoluter Klassiker, den die Musiker mit viel Schmackes darboten. Zum Schluss noch das schon genannte „Welcome to the jungle“ – und der Bär im Saal steppte. Mit Glenn Millers „In the mood“ schloss sich als Zugabe ein Swing-Klassiker an, der jedem im Ohr blieb. Als Instrumental-Solisten wirkten neben den schon Genannten Helmut Groß, Peter Böttinger, Luisa Engel und Jens Lorbeer mit. (Bild: Verein)
Veröffentlicht am 29. Oktober 2015 von Thomas Wilken

Jahreskonzert 2015: Selbst Metal lässt sich mit Blech spielen

Bläser spielen oben im Kirchturm

Ein Hauch von Volksfest, aber auch ein kleiner Nachgeschmack von Weihnachtsmarkt, so präsentierte sich "Musik und Backen" in Unter-Schönmattenwag mit einem Fest, das die dortige Blasmusik zu Füßen der heimischen Pfarrkirche feierte. Ein Zelt stand vorm Eingang der katholischen Pfarrkirche "St. Johannes der Täufer", darin ein Steinofen, betrieben vom Hornisten und Bäckermeister Matthias Sauer. Vielleicht war es das erste Mal seit der Weihe der ehrwürdigen Pfarrkirche im Jahr 1789 - dem Jahr der Französischen Revolution - dass der Duft von Brot, Zimtschnecken, Rahmfladen und anderen frischen Köstlichkeiten nach oben in Richtung Kirchturm zog. Dort hatten sich die "Turmbläser" eingefunden, besser gesagt, nach oben gezwängt, denn der enge Durchlass war nicht für dickleibige Bässe und kräftiger gebaute Musiker gedacht gewesen. Festliches vom Turm Auch die dort seit 1404 beheimatete Glocke dürfte über den musikalischen Besuch überrascht gewesen sein. Allerdings klingt sie seit nun 610 Jahren im Ton "B" und das ist bekanntlich die Tonart, in der sich Bläser am wohlsten fühlen. Da klang Weihnachtliches und Festliches vom Turm, während unten Kaffee und Glühwein dampften. Das ganze Orchester fand sich eine halbe Stunde später im Altarraum ein. Im folgenden Konzert erklang stimmungsvolle Weihnachtsmusik verbunden mit gefühlvollen Balladen und Ausflügen in Swing und Latin-Klängen, versöhnlich auf den Punkt gebracht mit "Feliz Navidad" als Zugabe. Nach hektischer Vorweihnachtszeit mit Feiern, Märkten und allerlei Events sei es an der Zeit, vor der Silvesterknallerei und dem bald nachfolgendem Karneval musikalisch und gedanklich inne zu halten, so hatte Vorsitzender Hans Vogel die Zuhörer im Kirchenschiff begrüßt. Diese pendelten zwischen Süßem und Deftigem im Zelt und Musik in der Kirche hin und her. Und Dirigent Marcel Hamaekers hatte mit dem Programm dieses Nachmittags zumindest musikalisch so etwas wie einen vierten Weihnachtsfeiertag kreiert.
Quelle: Odenwälder Zeitung, Artikel vom: 31.12.2014

Swing im Überwald

Blasmusik: Jahreskonzert des Unter-Schönmattenwager Orchesters im Haus des Gastes wird mit enthusiastischem Applaus vom Publikum gefeiert

Reizvolle Reise von Böhmen nach Brasilien

Für viele Menschen taucht bei dem Begriff „Blaskapelle“ das Bild schunkelnder Menschen an langen Biertischen auf. Doch dass ein Blasorchester weitaus mehr beherrschen kann als Marsch und Polka, sondern mit einem geballten Maß an Brass-Power musikalische Grenzen transzendiert, bewies die „Blasmusik Unter Schönmattenwag“, unter ihrem Dirigenten Marcel Hamaeckers, bei ihrem Jahreskonzert 2014 im „Haus des Gastes“.
Fernab jeglicher Konventionen gelang den rund 30 Bläsern mit ihrem gewaltigen Big-Band-Sound eine reizvolle musikalische Reise durch die verschiedenen musikalischen Genres wie Volksmusik, Swing, Latin und Pop.

Volkstümlicher Auftakt

Donat Skroch, Regisseur der Theatergruppe Schönmattenwag, führte souverän und informativ durch das zweistündige Programm. Gerade noch volkstümlich ging es von der Polka zu dem groovigen Stück „Fascinating Drums“, eines der bekanntesten Werke des niederländischen Komponisten Ted Huggens. Wie der Name des Stückes andeutet, war hier das Percussion-Ensemble (Wolfram Walter, Manuel Walter, Benedikt Staat) gefragt, das noch öfter an diesem Abend, unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer, seine Drum-Sets bearbeitete und dazu verschiedene Percussion-Instrumente einsetzte.

Arrangiert von Kurt Gäble, einem erfolgreichen zeitgenössischen Komponisten und Arrangeur für moderne Blasmusik, ging es danach in die Flower-Power-Zeit mit Scott McKenzies Anbetung an „San Francisco“ und John Denvers Party-Ohrwurm „Country-Roads“. Seine mitreißende Vitalität gewinnt ein Orchester vor allem durch die Energie seines Leiters. Bei dem Dossenheimer Marcel Hamaekers ist diese Kraft und Souveränität, mit der er jeden einzelnen seiner Musiker fordert, deutlich spürbar. Nur so entsteht der kraftvolle, klare Sound, der das Ensemble auszeichnet.

Hinreißend interpretiert

Welch dynamische Spannweite dieses Blasorchester besitzt und welch tiefe Emotion es auszudrücken vermag, zeigte die hinreißende Interpretation des Bee Gee-Hits „How Deep Is Your Love“. Wenn dann Trompeter Vito Catalano mit melancholischer Leichtigkeit noch ein Solo beisteuert, ist garantiert Gänsehaut angesagt.

Der Titel „Instant Concert“ bedeutet für ein Blasorchester, 30 bekannte Ohrwürmer aus Oper, Konzert und Gospel in ein nur dreiminütiges Medley zu verpacken. Auch dieses gewaltige Konglomerat aus verschiedenen Stilrichtungen präsentierten die rührigen Musikanten mit einer Leichtigkeit, über die man einfach nur staunen konnte.

Von der reizvollen Chicago-Swing-Ära der 30er-Jahre mit Duke Ellington, Benny Goodman und Count Basie ging es zu Henry Mancini und seinem Filmtrack „Baby Elephant Walk“. Als nächste Etappe wurden die Ballhäuser im Berlin der goldenen 20er-Jahre angesteuert, wo auf so verrückte Schlager wie „Was machst Du mit dem Knie, lieber Hans“ und „Mein Papagei frisst keine harten Eier“ ausgelassen Charleston getanzt wurde. Auch im gut besuchten „Haus des Gastes“ in Schimmeldewog bewegte sich das Stimmungsbarometer deutlich nach oben, was sicherlich auch an den warmen, kraftvollen Soli der Saxophonisten Rüdiger Horst und Bernhard Walter lag. Wenn es um die Evergreens dieser Zeit geht, darf das berühmteste deutsche A-cappella-Ensemble nicht fehlen, die „Comedian Harmonists“ und ihr „Veronika, der Lenz ist da“ oder „Was macht der Maier am Himalaya“. Mit diesen eingängigen Melodien gepaart mit ihrer Spielfreude knüpfte die „Blasmusik Unter-Schönmattenwag“ einen zum Mitsingen animierenden Soundteppich. Ein siedend-heißes Latin-Gebräu läutete die Endrunde ein. Brodelnde Percussions gingen eine Verbindung mit der fetzigen Bläser-Section ein, als Mambo- und Samba-Rhythmen in die Traumlandschaft der Karibik entführten. Den zum Samba passenden Cocktail servierten die Zuschauer mit einem laut grölenden „Tequila!“.

Schade nur, dass sich niemand auf die Tanzfläche traute. Und doch blieb beim abschließenden, minutenlangen enthusiastischen Applaus für dieses Blasorchester der Extra-Klasse kein Zuschauer auf seinem Stuhl sitzen.
Quelle: Odenwälder Zeitung

Blasmusik: Beim Jahresabschlusskonzert spenden Besucher 500 Euro für die Kirchengemeinde Singen und musizieren für den guten Zweck

Bei der Jahreshauptversammlung der Blasmusik Unter-Schönmattenwag übergab Hans Vogel (links) einen Scheck über 500 Euro an Oliver Neumann von der Kirchengemeinde.

Schönmattenwag. Die Jahreshauptversammlung der Blasmusik Unter-Schönmattenwag war ein passender Rahmen zur Übergabe eines Schecks in Höhe von immerhin 500 Euro. Das war der Erlös des Weihnachtskonzerts in der voll besetzten heimischen Pfarrkirche. Eintritt war damals keiner erhoben worden, dafür konnte jeder Besucher eine Spende geben. Dem Publikum schien es gefallen zu haben, da dieser stattliche Betrag zusammenkam. So konnte Vorsitzender Hans Vogel den Scheck nun an die Kirchengemeinde übergeben. Kaplan Oliver Neumann nahm ihn dankend entgegen, die Kirchengemeinde könne das Geld gut gebrauchen. Bei der Jahreshauptversammlung wurde dann Hans Vogel als Vorsitzender, Norbert Walter als Kassenwart und Rüdiger Horst als Beisitzer der Aktiven einstimmig wiedergewählt. Auf Antrag von Kassenprüfer Bernhard Walter wurde der Vorstand entlastet. Zunächst verlas Schriftführer Dr. Albrecht Bärenz seinen Jahresbericht. 27 Vereinsaktivitäten vorwiegend musikalischer Natur wurden gezählt, vom Ständchen bis zum Jahreskonzert, vom Kurkonzert bis zum jährlichen Konzert im Herzogenriedpark in Mannheim spannte sich dabei der Bogen. Der Vorsitzende kommentierte einige Ereignisse, schließlich zeigte auch der Kassenbericht von Norbert Walter, wie schwierig es ist, einen solchen Verein kostendeckend über die Runden zu bringen. Die Bilanz war zwar ausgeglichen, doch Überschüsse wurden keine erzielt, obwohl sparsam gewirtschaftet und keine neuen Instrumente und kaum Noten angeschafft wurden. Aktivitäten wie die jährliche Kerwe stellten für viele Vereine aufgrund des hohen personellen und finanziellen Aufwands keine Einnahmequelle mehr da. Trotzdem blickt man positiv ins begonnene Jahr. Neue Auftrittsmöglichkeiten lassen auf zusätzliche Einnahmen hoffen. bä

Ovationen für Orchester und Solisten Unter-Schönmattenwag. Das traditionelle Weihnachtskonzert am zweiten Feiertag gehört ins feste Repertoire der Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Auch in diesem Jahr wusste das Orchester mit einem mitreißenden Programm das Publikum zu begeistern.

Bereits lange vor Beginn war die Pfarrkirche bis auf den letzten Platz besetzt, und auch auf den Aufgängen zur Empore hatten sich etliche Besucher aufgereiht. So konnte es pünktlich losgehen mit der Fanfare "Jubiloso" von Iwo Kouwenhoven, die mit festlichen Klängen auf das Konzert einstimmte. Danach erklang die "Pastorale", das Arrangement eines französischen Volkslieds von Jan de Haan. Jetzt war mit Rüdiger Horst am Altsaxophon der erste Solist am Start. Er brillierte im feierlichen "Gabriel’s Oboe" aus der Feder von Ennio Morricone, einem Komponisten, der sonst eher für den Soundtrack diverser Western-Klassiker bekannt war. Die "Abendstimmung" des tschechischen Komponisten Pavel Stanek folgte, Christoph Vogel spielte das gefühlvolle Solo auf dem Euphonium. Damit war die Stimmung perfekt vorbereitet für den ersten Gast des Abends. Der französische Opernsänger Franck Aderschlag sang das erste Mal in der Pfarrkirche in Unter-Schönmattenwag. Zunächst trug er "Cantique de Noel" vor, ein Weihnachtslied des romantischen Komponisten Adolphe Adam, das in der englischen Version "O holy Night" später Furore machen sollte. Das Zusammenspiel mit dem Orchester gelang bravourös und das Publikum dankte mit begeistertem Beifall. Wenngleich der einzige Sänger des Abends, war er dennoch nicht die einzige Stimme: Sabine Endrich trat jetzt ans Mikrofon und sang die Ballade "Wo ich auch stehe". Die studierte Musikerin leitet etliche Chöre in der Region, auch den Frauenchor des MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Bevor sie das Mikrofon wieder zur Hand nahm, erklang von der Blasmusik "Present of Love", arrangiert von Manfred Schneider nach einem Thema von Georg Friedrich Händel. Hier solierte Vorsitzender Hans Vogel auf der Posaune. Das nachfolgende "Russische Wiegenlied" entführte dann in die winterlichen Weiten Russlands. Der Oboist Alexander Rautnig vom befreundeten Musikverein Dossenheim hatte es nach einer Volksweise arrangiert. Nun betrat wieder Sängerin Sabine Endrich den Altarraum, aus dem Musical "Elisabeth" erklang "Ich gehör nur mir" - die tragische Kaiserin "Sissi" war in diesem Werk verewigt worden. Danach sang sie "Jesus, berühre mich" von Albert Frey, ein im Bereich der christlichen Popularmusik als charismatischer Songwriter gefeierter Komponist. Jetzt erklang von der Blasmusik "Halleluja", der gefeierte und oft gecoverte Song von Leonard Cohen in einem Arrangement von Frank Bernaerts. Um den Text und die durchaus verschiedenen Auslegungen brauchte sich also niemand Gedanken machen, nur die stimmungsvolle Musik zählte. Und die zielte jetzt auf einen weiteren Auftritt Franck Aderschlags ab: Nessun Dorma aus Puccinis Oper "Turandot" erklang, eine der bekanntesten Tenor-Arien der Operngeschichte. Jetzt gab es in der Pfarrkirche kein Halten mehr, das Publikum reagierte stürmisch mit stehenden Ovationen. Das Weihnachtskonzert sollte ausklingen mit einem Weihnachtslied-Potpourri. "Leise rieselt der Schnee", "Oh Tannenbaum", "Alle Jahre wieder", "Stille Nacht" - das waren die bekanntesten Lieder dabei, und jetzt sang kein Solist, sondern begeistert das ganze Publikum. Ohne Zugabe ging’s dann freilich nicht. Und so entführte die Blasmusik Unter-Schönmattenwag mit "Feliz Navidad" die voll besetzte Kirche musikalisch unter südamerikanische Palmen - immerhin passten die Temperaturen fast besser dorthin als zur weißen Weihnacht. Aber auch damit war’s nicht getan, eine weitere Zugabe wurde verlangt. Und so sang Franck Aderschlag nochmals "Nessun Dorma" - und ein zweites Mal war das Publikum verzaubert. Und Standing Ovations begleiteten Sänger und Orchester in den ausgehenden Weihnachtsabend.

Der Musikverein Dossenheim feierte sein 120-jähriges Bestehen und lud zum Jubiläumskonzert in den Steinbruch

"Die Akustik ist einfach Klasse", schwärmte ein Besucher. Die Akustik, die Kulisse und das Orchester - bestehend aus den Musikern des örtlichen Musikvereins und denen der "Blasmusik Unter-Schönmattenwag" - Mit seinem Dirigenten Marcel Hamaekers hatten die Besucher des Jubiläumskonzertes nachhaltig beeindruckt. Der Musikverein feierte mit diesem Konzert im Innenhof des ehemaligen Steinbruchs "Leferenz" sein 120-jähriges Bestehen. Und das vielleicht bedeutenste Geburtstagsgeschenk machter der Wettergott. Er ließ an diesem Abend ausnahmesweise die Sonne scheinen, sodass das Konzert ohne Sorgenfalten auf der Stirn, wie geplant, unter freiem Himmel hatte stattfinden können. Alle schienen darüber erleichtert. Son konnte Rüdiger Neumann, Vorsitzender des Musikvereins, entspannt durch das Programm führen. Mit Lichteffekten und Nebelschwaden wurde das Stimmungsbild gelenkt. Bürgermeister Hans Lorenz, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, gratulierte zum Jubiläum. Er attestierte dem Verein modernität, da er stets die Zukunft im Auge habe. Als Beispiele nannte er Musikschule und die Mitwirkung im Projekt "Mausik macht Schule". Auch erwähnte er die frankophile Seite des Vereins. Der Musikverein habe maßgeblichen Anteil an der Gründung der kommunalen deutsch-französischen Partnerschaft. Dann war es endlich soweit. Die Musik, wegen derer so viele gekommen waren, spielte. Ein erstes klangvolles Stück zum aufwärmen. Dann eine sinfonische Dichtung von Jean Sibelius, deren musikalischer Charakter weniger zugänglich war. Elben und Elfen als nordische geheimnissvolle Naturgeister konnte man sich dennoch gut vorstellen. Mit "Brücke ins schottische Hochland", einer Komposition von Alexander Haley, der der mit dem Musikverein kooperierenden Musikschule seinen Namen gab und als Alexander Rautnig im Orchester mitspielt, war man noch einmal im Norden. Danach ging es ab in den Süden. Mit der Ouvertüre zu Bizets Oper "Carmen" trieb Dirigent Hamaekers die Fingerfertigkeit seiner Musiker in ungeahnte Höhen. Die Hürde wurde nicht auf Anhieb genommen, doch dann ließen flinke Finger Triller um Triller sicher folgen. Es folgten viele weitere Stücke und nach der ersten Nervosität kamen die Musiker in ihr Element. Die Auswahl der Stücke hatte daran großen Anteil. Denn mit der Filmmusik zu den "glorreichen Sieben" oder den "Moment for Morricone" fing man die Steinbrichatmosphäre gekonnt ein. Manchmal glaubte man, die gleiche Silhouette eines Cowboyhuts an der Kante zu entdecken. Oder ein Reiter mit seinem Pferd, der sich vorsichtig den steinigen Weg nach unten bahnt, wurde vor dem geistigen Auge sichtbar. Bei diesen Stücken fielen besonders die langsam einfühlsam und gut gespielten Passagen auf sowie die Soloelemente. Das Publikum forderte am Ende applaudierend Zugaben.
Quelle: Rhein Neckar Zeitung

Feuerwerk mit Broadway-Flair entfacht: Fast 400 Besucher sind begeistert von den Unter-Schönmattenwager Bigband-Klängen / Das Spektrum reicht von Mosch bis Miller und Michael Jackson

Zum Finale brennen Wunderkerzen und mit Glenn Millers Melodien-Rausch ist das Haus des Gastes für einen Moment lang wie eine Weltstadt mit Broadway-Flair. Der „Enkel von Ernst Mosch“, so Donat Skroch als glänzend aufgelegter Moderator eines Abends der Superlative, ist da schon lange nicht mehr im festlichen Saal. Ihm war – anders als den fast 400 begeisterten Besuchern – das Konzert der Blasmusik Unter-Schönmattenwag zu enig traditionell und viel zu modern. Ob Marsch oder Polka, Swing oder Jazz, Klassik oder Pop – ja, die Blasmusiker unter der Leitung ihres Dirigenten Marcel Hamaekers haben sich zur richtig guten und modernen Bigband gemausert. Sie können alles – auf höchstem Niveau. Von Jakob de Haan über Benny Goodman und Glenn Miller bis hin zu Stevie Wonder. Michael Jackson erwecken sie ebenso perfekt zum Leben wie Mosch mit dem Marsch der Musikanten aus dem Egerland. Weniger Nachwuchsprobleme Nur wer sich weiterentwickelt in der Blasmusik, hat auch mehr junge Hörer und weniger Nachwuchssorgen. Deshalb begrüßt Vorsitzender Hans Vogel ganz bewusst mit dem erst neun Jahre alten Nils Schwabedissen aus Heddesbach den jüngsten Neu-Musiker voller Stolz. Die Modernität der Kapelle ist auch der Grund, weshalb zwei junge Schlagzeuger um den „Chef-Drummer“ Wolfram Walter nicht nur bei dem Götz-Hit „Montañas de fuego“ brillant zeigen, was es heißt, Feuerwerke zu entzünden. Der ganze Abend ist ein einziges Feuerwerk moderner Blasmusik, angelegt und ebenso launig wie informativ moderiert als Zeitreise um die Welt mit heißen Temperaturen zum Frühlingsanfang. Von Old-Europa bis zur Neuen Welt führt der Weg, an dem das über 30-köpfige Orchester labend einen Höhepunkt nach dem anderen entdeckt und zum beeindruckenden Gesamtklang bringt. Da reihen sie sich auf wie „an einer Perlenkette, die Blasmusik-Knaller“, so Moderator Donat Skroch – und zwar schon zur Eröffnung von Hoffmann, Vlak, Liano, Nijs, Jarre, Sousa, Kohler oder Ghisallo. Technisch brillant, ob bei den triumphalen Trompeten oder prächtigen Posaunen, den flotten Flügel- und all den anderen Hörnern, bei den glasklaren Klarinetten und filigranen Flöten. Von der Tuba gar nicht zu sprechen, und die stark besetzte Saxofon-Truppe ist ohnehin immer ein Garant für das Ensemble. Schon der Konzertmarsch „Opening“ macht mit einem Schlag deutlich, was da an Spielfreude auf die Besucher zukommen wird: Ein „gigantisches und riesiges Raumschiff“, wenn sie der Ansage Glauben schenken wollen – sie tun es und werden nicht enttäuscht. Aber deshalb gehen die Freunde der Blasmusik ja so gerne nach Schimmeldewog. Auch um den Einfluss des Barockstils zu hören – bei der Haan-Fantasy „Queen‘s Park Melody“ ist dies möglich. „Cataluña“ ist ein köstliches Capriccio español, Markus Götz und seine Feuerberge mit spanischer Folklore und Rhythmen aus Afrika der erste große Höhepunkt des Abends. Da geht die Post ab und der kraftvoll, aber stets präzise die Zeichen gebende Hamaekers straft schwatzfreudige Hörer der ersten Reihe mit mahnendem Blick. Erfolgreich. Es kehrt Ruhe ein und volle Konzentration, denn es lohnt sich weiter: Maurice Jarre und die Ouvertüre „Lawrence of Arabia“ wird zum Paradestück der Kapelle, mit aller Kraft, zu der sie fähig ist, aber auch voller raffinierter Details und größter Transparenz in den Stimmen. Und die Band steigert sich noch mehr. John Philip Sousas Lieblings-marsch „The Thunderer“ scheint für die Unter-Schönmattenwager ge-schrieben zu sein. Und auch der Egerländer Musikantenmarsch erklang „so gut wie unter Ernst Mosch“. Es folgen nicht minder gelungen „Mit Herz und Schwung“, die „Groove Academy“, „Saxophoning“, „Sing Sing Sing“ und schließlich Funk und Swing sowie „American Patrol“ von Meacham und „String of Pearls“ von Gray als Hommage an Glenn Miller mit der großen weiten Wunderkerzen-Welt des Broadway. Nach „In The Mood“ mit der Reise der Posaunen durch den Saal als Zugabe gibt es keine Steigerung mehr. Außer – ja natürlich: das Schimmeldewog-Lied.
Quelle: Odenwälder Zeitung